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Sauerstoff
Gebrauchsinformation
Beipackzettel

Sauerstoff ist wohl das wichtigste Medikament, dass im Sanitätsdienst verwendet wird. Darum sei an dieser Stelle die Gebrauchsinformation/ der Beipackzettel in ausführlicher Form dargestellt:
 

Vor der Anwendung von Sauerstoff soll diese Gebrauchsinformation aufmerksam gelesen werden, weil sie wichtige Informationen enthält, was bei der Anwendung dieses Arzneimittels beachtet werden soll. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Sauerstoff für medizinische Zwecke

Arzneilich wirksame Bestandteile
1 m3 Gas enthält mindestens 995 l Sauerstoff.
 

Darreichungsform und Inhalt
Sauerstoff-Gas gibt es in Druckgasflaschen mit folgendem Inhalt:

Typ
Rauminhalt
Fülldruck
Gasinhalt bei 1 bar und 
15 oC
08 0,8 l 200 bar 0,16 m3
2 2 l 200 bar  0, 4 m3
12 10 l 200 bar  2,0 m3
32 30 l 200 bar  6,0 m3
52 50 l 200 bar 10,0 m3
Bündel ( 12 x Type 52) 600 l 200 bar 120 m3

Stoff- oder Indikationsgruppe
Inhalationsgase
 

Hersteller und pharmazeutischer Unternehmer
Firma XYZ
Straße
Ortsangabe
Telefon/ Fax
Hotline

 

Anwendungsgebiete
Eine Sauerstoffbehandlung ist angezeigt bei Zuständen einer Sauerstoffverknappung (Hypoxie oder Hypoxämie), die verschiedene Ursachen haben kann:
  • Störungen der Lungenbelüftung aufgrund einer Einengung der Atemwege (Laryngospasmus, Bronchospasmus) oder aufgrund zentralnervöser bzw. neuromuskulärer Störungen der Atmungsregulation
  • Störungen der Belüftung oder Durchströmung der Lungen aufgrund von krankhaften Veränderungen des Lungengewebes (z.B. Fibrose, akut respiratorische Insuffizienz, Atelektasen, Lungenödem, Asthma, Bronchiolitis, Emphysem)
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • akute Blutarmut (Anämie oder Hämolyse)
  • Vergiftungssymptome (z.B. Cyanid-, Kohlenmonoxidvergiftung)
  • Schockzustände
  • Dekompressionskrankheit (Taucherkrankheit)
In der Anästhesie wird Sauerstoff auch im Gemisch mit Narkosegasen angewandt. Dabei dient der Sauerstoffanteil (mind. 25 %) als Träger und zur Vermeidung einer Sauerstoffunterversorgung.

 

Gegenanzeichen
Eine Sauerstofftherapie darf nur unter besonderer Vorsicht durchgeführt werden bei:
  • Patienten im hohen Alter
  • Fettsucht
  • gleichzeitiger ACTH- oder Glukokortikoid-Behandlung
  • Patienten mit hoher Kohlendioxid-Konzentration im arteriellen (sauerstoffreichen) Blut
  • Vergiftungen mit Substanzen, die die Atemtätigkeit herabsetzen
  • Störungen der Atemkontrolle im Zentralnervensystem
  • Fieber
Die Anwendung einer reinen Sauerstoffbehandlung sollte bei akuter Atemschwäche (respiratorische Insuffizienz auf der Basis einer chronischen, obstruktiven Emphysembronchitis) wegen der drohenden Abnahme der Lungenbelüftung nicht durchgeführt werden.

Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit:
Über die allgemeinen Gegenanzeichen hinausgehende Angaben sind nicht erforderlich.
 

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Keine bekannt.

 

Dosierungsanleitung,
Art und Dauer der Anwendung
Soweit nicht anders verordnet, gelten folgende Empfehlungen:
Die Behandlung mit Sauerstoff kann mit Hilfe verschiedener Beatmungsverfahren vorgenommen werden: 
  • Durch einen Nasenkatheter,
  • einen endotrachealen, tracheostomen Tubus,
  • eine Maske (z.B. Plastik-, Gummimaske, Venturi-Maske mit fixer Dosierung),
  • ein Gesichtszelt,
  • ein Sauerstoffzelt,
  • ein transportables Atemgerät mit Maske.
Für die Durchführung der Beatmung sollte die Sauerstoffzufuhr mengenmäßig individuell eingestellt werden, um Vergiftungserscheinungen zu vermeiden. Der Volumenanteil von Sauerstoff sollte, durch wiederholte Messungen des Sauerstoffgehaltes im arteriellen (sauerstoffreichen) Blut kontrolliert, nur soweit erhöht werden, dass eine ausreichende Sauerstoffsättigung erreicht wird (Partialdruck 75 +/- 10 mmHg).
Im Regelfall sollte die Sauerstoffkonzentration des Atemgases unter 60 % (450 mmHg) liegen.
Es ist dafür zu sorgen, dass eine ausreichende Befeuchtung und Temperatur des zugeführten Gases garantiert sind. Eine Sauerstoffbehandlung mit Überdruck bedarf sorgfältiger ärztlicher Überwachung.
Bei Anwendung hoher Sauerstoffdrücke wird zunehmend der Stickstoff aus den Lungenbläschen (Lungenalveolen) gewaschen. Um der Gefahr verminderter Lungenbelüftung (infolge von Absorptionsatelektasen) vorzubeugen, wird empfohlen, dem Atemgas 5 bis 10 % Stickstoff beizumischen.

Bei Neugeborenen sollte die Sauerstoffkonzentration nicht über 40 % ansteigen um Risiken eines Schadens der Augenlinse oder eines Zusammenbruchs der Lungenfunktion zu vermeiden.

Die Gefahr des Auftretens von Hirnschäden infolge einer Sauerstoffunterversorgung ist bei arteriellen Sauerstoffdrücken von weniger als 40 mmHG geben. 

Für eine Langzeitbehandlung bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung wird eine Sauerstoffkonzentration von 35 % gut vertragen.

 

Hinweise für den Fall der Überdosierung
Maßnahmen nach dem Auftreten von Überdosierungserscheinungen:
Sofortige Unterbrechung der Inhalation, bzw. bei hyperbarer Anwendung muss der Sauerstoffdruck sofort vermindert werden. Behandlung der Krämpfe mit krampflösenden Mitteln und Beruhigungsmitteln (z.B. können 5 bis 10 mg Diazepam über intravenöse Injektion gegeben werden.)

 

Nebenwirkungen
Unter Beachtung der Gegenanzeichen sind Nebenwirkungen bei Anwendung mit normalem Sauerstoffdruck nicht zu erwarten. Bei der Sauerstoffbeatmung von Patienten mit vermindeter Lungenbelüftung kann es zu einem raschen Anstieg der Kohlendioxid-Werte kommen.

Bei der Behandlung mit 50 %igem Sauerstoff bis zu 7 Tagen sind keine klinisch bedeutenden Symptome beobachtet worden. 100 %iger Sauerstoff über 24 Stunden verabreicht, führt jedoch zu zellulären und funktionalen Schädigungen der Lunge (Zellveränderungen des Alveolarepithels, Sekreteindickung, Einschränkung der Ziliarbewegung, Atelektasen sowie Veränderungen des Minutenvolumens, Kohlendioxidretention und pulmonale Vasodilatation).

Das bedeutet, dass in der Regel bei einer Behandlung mit 1 Atmosphäre Überdruck über längere Zeit oder bei noch höheren Sauerstoffdrücken in der Atmungsluft nach einer kurzen Behandlung mit Vergiftungserscheinungen (Hypoventilation, Azidose bis zur Entwicklung eines Lungenödems) zu rechnen ist. Dabei ist zu beachten, dass eine zu rasche Verminderung des Teildruckes eine lebensgefährliche Sauerstoffunterversorgung (Hypoxämie) herbeiführen kann.

Bei Neugeborenen kann eine lang anhaltende und hoch konzentrierte (mehr als 40 %) Sauerstoffbehandlung eine zur Erblindung führende Augenlinsenschädigung (retrolentale Fibroplasie) verursachen. Darüber hinaus besteht die Gefahr des Auftretens von Blutungen (pulmonale Hömorrhagien), Zell- und/oder Funktionsstörungen in der Lunge (fokalen Atelektasen sowie hyalinen Membranschäden mit difuser Lungenfibrose). Um die Entwicklung eines solchen Zusammenbruchs der Lungenfunktion (bronchpulmonale Dysplasie) zu vermeiden, ist es unerlässlich, während der Behandlung wiederholt den Sauerstoffdruck im arteriellen (sauerstoffreichen) Blut zu überprüfen.

 

Hinweise
Druckbehälter für Sauerstoff dürfen zur Reinigung nicht mit toxischen, schlafinduzierenden, zur Narkose führenden oder den Respirationstrakt bei der Anwendung reizenden Substanzen behandelt werden.

Bei der Lagerung und Verwendung von Sauerstoff sind insbesondere die Unfallverhütungsvorschrift VBG 62 und die Druckbehälterverordnung mit den technischen Regeln Druckgase (TRG) zu beachten.

Stahlflasche vor Wärmeeinwirkung schützen; gegen Umfallen sichern. Nicht in Treppenhäusern, Fluren, Durchgängen und Verbrauchsräumen lagern. Insbesondere ist die TRG Nr. 280 zu beachten.

Nur für Sauerstoff zugelassene Armaturen verwenden; alle Leitungen und Armaturen sind öl- und fettfrei zu halten.

Eine missbräuchliche Verwendung der Druckgasbehälter und ihre Füllung durch den Verbraucher ist nicht statthaft. Nur Originalabfüllungen der Hersteller dürfen für medizinische Zwecke verwendet werden.

Rauminhalt und Fülldruck sind auf der Flaschenschulter eingeprägt.
Umrechnungsfaktor: 1 bar = 105 PA
 

Haltbarkeit des Arzneimittels
Das Verfallsdatum dieser Packung befindet sich auf einem Aufkleber auf dem Flaschenventil. Verwenden Sie dieses Präparat nicht mehr nach diesem Datum!
Stand der Information: August 1999
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