| Basisnotfallnachsorge (BNN)
Was ist Basisnotfallnachsorge?
- Psychische Erste Hilfe an den Betroffenen
- durch dafür geeignetes und dazu geschultes Personal (der Betreuungsgruppe
der DRK Einsatzeinheit),
- das frühzeitig an der Einsatzstelle betreut,
- mit dem Ziel feszustellen, ob der zu Betreuende weiter qualifizierter
Notfallnachsorge bedarf.
> KID?, Notfallseelsorge?, ggf. anfordern!
- um so das versorgungsfreie Intervall für die Zielgruppe zu reduzieren.
Zielgruppe der Baisisnotfallnachsorge?
Primär:
- unverletzt Beteiligte,
- leitverletzt Beteiligte, sofern bereits medizinisch versorgt (Kat
III),
- Augenzeugen,
- Schaulustige,
Sekundär:
- Einsatzkräfte der eigenen Einheit
- Nur am Rande, Einsatzkräfte anderer Einheiten und Fachdienste
Anforderungen und Voraussetzungen an Personal in der Basisnotfallnachsorge
- Mindestalter 25 Jahre
- Ausbildung im Fachbereich "Soziale Betreuung"
- Praktische Einsatzerfahrung im Betreuungs- und Sanitätsdienst
(gerne auch Rettungsdienst)
- Mitglied einer Einsatzeinheit (Betreuungsgruppe)
- Keine Führungsaufgaben in der Einsatzeinheit im "BNN-Einsatz"
Die "Hilfeleistungskette" der Notfallnachsorge:
-
Ersthelfer
- Soziale Betreuung, Zuspruch
-
Basisnotfallnachsorge
- Versorgungszeit befristet (kurzzeitig, in der Regel bis 30 Minuten)
-
Krisen-Interventions-Dienst (KID)
- psychologisch ausgebildete Helferinnen und Helfer
- führt die Betreuung unter psychologischen Aspekten fort
- mittelfristige Betreuung (1 bis 2 Stunden in Ausnahmefällen auch
länger)
- weitere Präventivmaßnahme gegen das Entstehen eines PTSD (=
Posttraumatic Stress Disorder)
- Zusammenarbeit mit der Polizei, z.B. bei dem Überbingen von Todesnachrichten
- Zielgruppen: Betroffene, Opfer, Angehörige, Beteiligte
-
Notfallseelsorge
- ausgebildete psychosoziale Fachkräfte, nicht zwingend auch Theologen
- vertieft die Betreuung auch längerfristig (ggf. mehrere Tage)
- leistet seelischen Beistand
- veranlasst ggf. weitere seelsorgerische Betreuung (Trauerbegleitung durch
den örtlichen Pfarrer)
- nimmt Kontakt mit Behörden auf (z.B. Abfrage zur Freigabe von verstorbenen
Angehörigen ...)
- kann Totensegnungen vollziehen
- kann die Beichte abnehmen (nur wenn auch Theologe)
- koordiniert die Notfallnachsorge
- Vermittlung von Traumatologen
- Zielgruppe: Betroffene, Opfer, Angehörige, Beteiligte und zusätzlich
ggf. am Einsatzort auch Einsatzkräfte
-
Ggf. professionell therapeutische Interventionen
- Landeskrankenhäuser
- Traumatalogiezentren
- Psychiatrien
- Beratungsstellen der Kirchen, Kreise, etc.
- niedergelassene Fachärzte
Allgemeine Nachsorgemöglichkeiten:
- SBE = Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen
-
eigenständiger Verein
-
richtet sich an Einsatzkräfte, Opfer und Angehörige, die mit
extremen Ereignissen konfrontiert worden sind und schwere Belastungen erlebten
-
kooperiert international mit anderen Verbänden unter einheitlicher
Ausbildungsstruktur
-
führt Defusings und Debriefings durch
- Psychosoziale Beratungsstellen
-
werden von verschiedenen Trägern unterhalten
-
stehen meist nicht sofort zur Verfügung
-
bieten eigene Strukturen (Gruppen) zur längerfristigen Versorgung
an
- Psychotherapie
-
gezielte Behandlung bereits ausgeprägter Störungen durch Spezialisten
-
oft längere Wartezeiten
-
verlangt Motivation vom Betroffenen
-
spezielle Verfahren zur Behandlung traumabedingter Erkrankungen
- Psychiatrische Versorgungseinrichtungen
-
stationäre Versorgung z.B. in Landeskrankenhäusern
-
Tageskliniken (teilstationäre Versorgung)
-
niedergelassene Ärzte
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