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Bericht aus der Ibbenbürener Volkszeitung v. Mo 31.12.2007

Kleiderkammer des DRK ist kein Auslaufmodell

Ibbenbüren.  Wer sich in der Kleiderkammer des DRK-Kreisverbandes ausstaffiert, ist bedürftig. Man muss es ihm oder ihr aber nicht ansehen – hinterher. Da hängt der Klassiker unter den Herrenjacketts: Dezentes Muster, reine Wolle, Lederknöpfe – kein Utensil für den nächsten Lumpenball. Wer eine Vorliebe hat für schräg Gestreiftes und schrill Kariertes hat, wird ebenfalls fündig: Die Kleiderkammer ist – so wie im kommerziellen Alltag – ein Spiegel des jeweiligen Geschmacks der Gesellschaft. „Die Sachen in unserer Kleiderausgabe sind von kundiger Hand vorsortiert“, erläutert DRK-Vorstand Johannes Hille.


Auch feines Tuch wie diese klassische, zeitlose Herrenjacke aus Schurwolle wird der Kleiderkammer des DRK von Spendern überlassen: DRK-Vorstand Johannes Hille freut sich über so viel Hilfe für Bedürftige. Fotos: Klaus Rotte 

Ein Anteil von bis zu 30 Prozent der Kleiderspenden sei ein Fall für den Container beziehungsweise Reißwolf. Der weitaus größere Teil der Textilien sei dagegen noch tragbar: Er findet in der Kleiderkammer zum symbolischen Preis von 50 Cent pro Kilo in der Kreisgeschäftsstelle an der Groner Allee dankbare Abnehmer. Ausgesuchte Stücke der Kleiderspenden werden seit mehr als drei Jahren im Kleidershop „Jacke wie Hose“ an der Poststraße stückweise verkauft.
Die Kleiderkammer des DRK, die Einzige im Verbandsgebiet Tecklenburger Land, besteht seit mehr als 30 Jahren und ist „Anlaufpunkt für Aussiedler, Asylbewerber und sozialschwache Familien“. Die Kleiderkammer ist genauso wenig ein Auslaufmodell wie der Suchdienst des DRK – noch. Exakt 2 770 Kilo Textilien gaben ehrenamtliche Mitarbeiter des DRK im vergangenen Jahr an Bedürftige aus – in diesem Jahr sind es rekordverdächtige drei Tonnen. Ein halber Euro fürs Kilo wird vom DRK erhoben zur Deckung eigener Kosten wie Strom und Heizung. Mit dem Entgelt soll auch verhindert, werden, dass sich mit Kleiderspenden ein Schwarzmarkt auftut. Mittwochs von 9 bis 11 Uhr und donnerstags 14.30 bis 16.30 Uhr ist die Kleiderkammer für Bedürftige geöffnet. Dem Nichtsesshaften auf Durchreise, der außerhalb der Öffnungszeiten vorspricht, wird ebenso geholfen wie jener Familie, die nach einem Brand ihre gesamte Habe verlor: „Da tat rasche Hilfe not“, berichtet Johannes Hille.


Der DRK-Kleidershop „Jacke wie Hose“ zieht von der Poststraße zur Groner Allee 40 in eigene Räume um.

Während die Kleiderkammer keinen Gewinn abwirft und auch nicht abwerfen soll, sind die Erlöse aus dem Kleidershop inzwischen ein fester Faktor in der Kalkulation des DRK zur Finanzierung seiner sozialen Aufgaben. Pro Monat werden an die 700 Einzelteile aus dem Sortiment von Jacken und Hosen, Blusen und Hemden sowie Kinderbekleidung verkauft. Diese Stücke sind ebenfalls Spenden, die direkt im Kleidershop oder in der Kreisgeschäftsstelle des DRK abgegeben werden. Vor einem Jahr lag der Gesamtumsatz bei 35 000 Euro. „Zu uns kommt der Hartz-IV-Empfänger, der den Euro zwei Mal umdrehen muss, genauso wie jemand, der für seine Tochter für den Reitunterricht eine preiswerte Jacke sucht“, so Hille.

Der Kleidershop steht vor dem Umzug von der Poststraße zur Groner Allee 40. Das DRK hat das ehemalige Haus Schneidewind gekauft und wird dorthin die Autismusambulanz des Heilpädagogischen Dienstes verlegen, aber auch den Kleidershop. Den neuen Standortvorteil sieht Johannes Hille darin, dass das DRK sein Angebot erweitern und besser präsentieren kann. So sollen „haushaltsnahe Gegenstände wie Töpfe, Pfannen und Geschirr“, das Sortiment ergänzen.

VON KLAUS ROTTE

http://www.ivz-online.de/lokales/kreis_steinfurt/ibbenbueren/Kleiderkammer_des_DRK_ist_kein_Auslaufmodell.html
 


 
 

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