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Auszug aus: 
Rotes Kreuz
Das Fachmagazin 3 /2002 Seite 8 und 9

Ergebnisse des Strategischen Fragebogens 2001 
(I. Teil)

Das DRK befindet sich im Umbruch. In fast allen Aufgabenfeldern haben sich die Rahmenbedingungen stark verändert. Im September 2000 wurde daher beschlossen, den so genannten Strategischen Fragebogen als Instrument zur strategischen Planung im Roten Kreuz zu entwickeln und anzuwenden. Mit dieser Ausgabe von "Rotes Kreuz" beginnen wir damit, über die Ergebnisse der Befragung zu informieren.

Für das Rote Kreuz in Deutschland stellt sich die Frage, wohin es sich als Gesamtverband weiterentwickeln wird oder soll. Wichtig ist hier die Entwicklung einer Gesamtstrategie, die nicht nur für den Gesamtverband, sondern auch für jede einzelne Gliederung eine Orientierungshilfe bedeutet. Grundlage der Gesamtstrategie ist die strategische Planung, die in den Jahren 1994 bis 1998 im Rahmen des Zukunftsprogramms entwickelt wurde. Als letzter von vier Schritten sieht das Konzept die Entwicklung von Strategien in den Landes- und Kreisverbänden vor.
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Wahrgenommene Aufgabenfelder

Das DRK arbeitet gemäß dem aktuellen nationalen Protfolio in 122 Aufgabenfeldern, die von den unterschiedlichen Verbandsgliederungen wahrgenommen werden. Darüber hinaus wurden im Strategischen Fragebogen 2001 von den Kreisverbänden weitere rund 85 Aufgaben genannt, von denen etwa 20 Prozent den Charakter von strategischen Aufgabenfeldern haben, so z.B. Altpapiersammlung, Altstoffsammlung, Schlüsseldienst, Babysitterdienst, Jugendgerichtshilfe, Kinderschutzdienst, Sehteststelle, betreute Patientenfahrten oder Ehrenamtlichen-Agentur. Die befragten Kreisverbände bezeichneten durchschnittlich 38,4 Aufgabenfelder. Im Vergleich zu Unternehmen gleicher Größe in der Privatwirtschaft ist die Anzahl der wahrgenommenen Aufgabenfelder als sehr hoch zu bezeichnen.
Die Breitenausbildung, das JRK und der Suchdienst sind die am häufigsten wahrgenommenen Aufgabenfelder. Es folgen
  • Sanitätsdienst
  • Blutspendedienst
  • Kleiderkammer und Kleidersammlung
Alle genannten Aufgabenfelder werden von mehr als 90 Prozent der befragten Kreisverbände wahrgenommen. Insgesamt überwiegen bei den am häufigsten wahrgenommenen Aufgabenfeldern die ehrenamtlich geprägten.

Wichtigste Aufgabenfelder unter Rotkreuz-Gesichtspunkten

Bei der Frage nach den wichtigsten Aufgabenfeldern nach Rotkreuz-Gesichtspunkten zeigt sich eine deutliche Konzentration auf wenige Strategische Zielgruppen (SZG) beziehungsweise Aufgabenfelder. Es dominieren die SZG

  • Verunfallte (29 %)
  • Altenhilfe (22 %)
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Das wichtigste Aufgabenfeld unter Rotkreuz-Gesichtspunkten ist der Rettungsdienst inklusive indisponiblem Krankentransport mit gewichteten 16 % aller Nennungen. Es folgt die Breitenausbildung, die auf elf Prozent aller Nennungen kommt, vor der Ambulanten Pflege mit sechs Prozent aller Nennungen.
Auch die Siedlungsstruktur führt zu signifikanten Unterschieden in der Bewertung. Die städtischen Kreisverbände messen den STG Kinder, Jugend, Familie sowie Konflikt- und Katastrophenabwehr (Inland) eine signifikant höhere Bedeutung zu als die ländlichen Kreisverbände. Gleichzeitig messen die städtischen Kreisverbände den Aufgabenfeldern der SZG Verunfallte und Fördermitglieder und Spender unter rotkreuzspezifischen Gesichtspunkten eine geringere Bedeutung zu als die ländlichen Kreisverbände.
 

Wichtigste Aufgabenfelder nach wirtschaftlichen Kriterien

Die wichtigsten SZG unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten:
  • Alte (38 %)
  • Verunfallte (24 %)
  • Fördermitglieder und Spender (12 %)
  • Behinderte (8 %)
Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten die wichtigsten Aufgabenfelder:
  • Rettungsdienst (18 %)
  • Ambulante Pflege nach SGB XI (12 %)
  • Altenpflegeheime (11 %)
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Deutliche Unterschiede gibt es bei Kreisverbänden nach Umsatzklassen. Die umsatzstarken Kreisverbände nennen die Aufgabenfelder der SZG "Alte" deutlich häufiger (42 %) als die kleinen Kreisverbände (26 %).
Die kleinen Kreisverbände nennen dagegen die Aufgabenfelder der SZG Fördermitglieder und Spender für die wirtschaftliche Bedeutung deutlich häufiger (22 %) als die mittleren (11 %) und großen (7 %) Kreisverbände.

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Der Rettungsdienst ist wirtschaftlich und rotkreuz-intern die wichtigste Aufgabe

Wichtigste Aufgabenfelder insgesamt

Die beiden SZG Alte und Verunfallte zeigen in der Auswertung des Fragebogens ihre überragende Bedeutung und sind maßgeblich für die gesamte Arbeit des Roten Kreuzes in Deutschland. 
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Wichtigstes Aufgabenfeld der Kreisverbände ist der Rettungsdienst inklusive indisponiblem Krankentransport, gefolgt von der Ambulanten Pflege, den Altenpflegeheimen sowie der Breitenausbildung. Alle übrigen Aufgabenfelder nehmen im internen Vergleich eine geringere Bedeutung ein. Die Dominanz von vier Aufgabenfeldern im internen Vergleich unter rotkreuz- und betriebswirtschaftlichen Kriterien ist sehr deutlich und gleichermaßen überraschend. Sie bestimmen aus Sicht der Kreisverbände die Arbeit des Roten Kreuzes in erheblichen Maße. Sie sind die "Zugpferde" für die DRK-Arbeit und können die anderen Audgabenfelder sowohl nach oben als auch nach unten mitreißen. Damit sind sie unter strategischen Gesichtspunkten maßgebend für den langfristigen Erfolg oder Misserfolg des Roten Kreuzes in Deutschland.

 

Entnommen aus
Rotes Kreuz. Das Fachmagazin des DRK. Offizielle Mitteilungen des Deutschen Roten Kreuzes. 
Herausgeber:
Deutsches Rotes Kreuz e.V.
Carstennstraße 58
12205 Berlin
Verlag: Süddeutscher Verlag-Medien-Service GmbH
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